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Sonntag, 6. Juni 2010

Aufenthalt in Italien VII (mit Elchi)

Windsurfen im Gargano (I) (Sonntag, 6.6.2010)
Wetter: sehr schön / Temp.: 25 Grad / Wind: 5 - 4 Bf.

Über dem westlichen Mittelmeer und Italien hat sich ein Hochdruckgebiet installiert. Gemäss den Meteorologen liegt eine sommerliche Schönwetterwoche vor uns. Schon gestern war es bereits richtig warm. Nun sollen die Temperaturen jeden Tag noch um eins bis zwei Grad ansteigen. Bis nächsten Freitag werden wir die Dreissiggradgrenze überschritten haben. Auch in der Nacht kühlt es kaum noch unter 20 Grad ab. Bald einmal wird es für uns wieder zu heiss. Dann heisst es sich wieder nach Norden verschieben, wo für uns angenehmere Temperaturen herrschen.

Der Gargano gehört wieder uns. Die Bayern sind alle abgereist (ein paar Rentner ausgenommen) und unser Campingplatz präsentiert sich halb leer. Zur Feier des Tages genehmigen wir uns zum Frühstück eines der köstlichen "Brioche" von der " Pasticceria Terrazza", gleich neben unserem Campingplatz.

Es gibt hier die "Brioche" (Cornetti) in allen Varianten, mit Konfitüre, Vanillecrème, Nutella, Schokolade oder eben "sensa niente" (ohne Füllung), wie wir sie gerne mögen :-)

Der Wind hat gegenüber gestern etwas nachgelassen. Dafür weht er nun ausserordentlich konstant mit 4 bis 5 aus Norden, was bedeutet, dass es in der Bucht keine Windabdeckung gibt. Zunächst können wir für eine Stunde mit unseren 6.0 bzw. 5.4 m2 Segeln surfen.

Dann pendelt sich der Wind bei 4 Bf. ein, so dass ich für weitere 4 Stunden mit dem 7.2 m2 Segel und dem 105 Liter "Lorch" unterwegs bin. Anita kann ihren neuen 120 Liter "Lorch" mit dem 6.0 m2 Segel endlich ausgiebig fahren und hat viel Spass daran.

Zu einem tollen Surftag darf der Cappuccino auf der Terrasse "Touring Bar" nicht fehlen ;-) Die Bucht ist heute vergleichsweise leer, weil die bayrischen Surfer fehlen.

Der abendliche Spaziergang nach dem Abendessen darf nicht fehlen. Unser heutiges Ziel ist das Trabucco am östlichen Ende unserer Bucht.


Ein Reiter mit seinem Schimmel nutzt den schönen Abend ebenfalls für einen Ausritt am Strand. Dem Pferd macht dieser Trip ins Wasser offensichtlich Spass.


Als Dessert genehmigen wir uns eine Gelati beim der "Pasticceria Terrazza" :-)


Ein wunderschöner Tag im Gargano geht zu Ende.


Radtour nach Peschici (I) (Montag, 7.6.2010)
Wetter: sehr schön / Temp.: 26 Grad / Wind: 1 - 3 Bf.

Wir stehen beizeiten auf, denn wir möchten die morgendlichen Temperaturen für eine Radtour nach "Peschici" nutzen. Um sieben Uhr fahren wir los und erklimmen auf der SS89 die Passhöhe, um dort auf die Nebenstrasse über die Hügelkette abzuzweigen. Wir haben diese Tour im April schon einmal gemacht. Damals stand alles in voller Blüte. Dieser Blumenzauber ist nun sattem Grün mit bereits ersten Brauntönen gewichen.

Der teilweise recht steile Aufstieg ist, wie immer, relativ hart, weil die Morgensonne voll auf diese Ostflanke brennt.

In "Peschici" schlendern wir zunächst ein wenig durch die Gassen der Altstadt.

So können Erinnerungen an gemachte Versprechen aussehen. Ob diese ebenso lange halten, wie diese Schlösser bleibe dahin gestellt ;-)

Noch liegt die Badebucht von "Peschici" friedlich und beinahe menschenleer unter uns. Dies wird sich spätestens in zwei Wochen ändern, wenn die ersten Italiener eintreffen.

Das Trabucco westlich von "Peschici" ist von hier aus gut sichtbar.

Nun haben wir einen Cappuccino mit Brioche redlich verdient.

Auf der Küstenstrasse fahren wir zurück zum Campingplatz. Auf dem höchsten Punkt nach "Peschici" liegt ein attraktives Restaurant mit Terrasse. Vielleicht schaffen wir es noch, hier einmal Essen zu gehen.

Auf dem zweithöchsten Punkt vor der grössten Abfahrt der Strecke machen wir eine kurze Verschnaufpause. Weil vor drei Jahren hier alle Bäume der Brandkatastrophe zum Opfer gefallen sind, können wir nun die schöne Aussicht auf die Küste geniessen. Dies scheint uns allerdings der einzige Vorteil zu sein.

Wir schaffen die 32 km mit allen Steigungen in einer Stunde und 55 Minuten :-)

Am späteren Nachmittag fahren wir mit dem Roller zusammen mit Norbert zum "Trabucco", ihr wisst schon, Cappuccino trinken ;-)

Den wunderschönen Abend verbringen wir in "Vieste". Das "Ristorante Borgo Antico" liegt am oberen Stadttor und verfügt über eine exklusive Aussichtsterrasse.

Nach der Pizza bummeln wir noch etwas durch die Altstadt. Die zauberhaften Fotosujets in den Gassen von "Vieste" sind kaum zu übertreffen. Die Viestaner haben viel Aufwand für eine stimmungsvolle Beleuchtung getrieben.





Auf Schritt und Tritt trifft man auf gemütliche Restaurants, die zum Verweilen einladen.



Zufrieden mit dem heutigen Tag fahren wir zum Campingplatz zurück.

Ausflug nach San Giovanni Rotondo (I) (Dienstag, 8.6.2010)
Wetter: sehr schön / Temp.: 27 Grad / Wind: 1 - 2 Bf.

Bereits um 08.30 Uhr fahren wir mit unserem Roller los. Unser heutiges Ziel ist die "Padre Pio" Stadt "San Giovanni Rotondo", welche etwa 25 km westlich von "Monte Sant'Angelo" liegt. Wir wählen, wie üblich die Route über den "Foresta Umbra". In den ausgedehnten Waldpartien ist es am Morgen noch empfindlich kalt, obwohl für heute Nachmittag 27 Grad vorhergesagt sind. Sobald wir aus dem Wald herauskommen, präsentiert sich der Gargano ähnlich wie eine hügelige Voralpenlandschaft.


Unten im "Valle Carbonara" zweigen wir diesmal nach rechts ab.

Je weiter wir nach Westen kommen, um so trockener und gelblicher wird die Landschaft. Hier regnet es weit weniger, als auf den Gargano-Anhöhen.

In "San Giovanni Rotondo" steuern wir direkt die Kirche "Santa Maria delle Grazie" am westlichen Ende der Stadt an. Die neue moderne Kirche ist direkt an die Alte angebaut.

"Padre Pio" ist hier buchstäblich omnipräsent. An jedem Kiosk und in Dutzenden von Shops werden Abbilder und Statuen des 1999 von Johannes Paul II. selig-, bzw. 2002 heiliggesprochenen Paters, angeboten. Er ist einer der populärsten Heiligen Italiens.


Gleich neben der Kirche führt eine steile Treppenanlage zum schön angelegten Kreuzweg hinauf.

Nach einer knappen Stunde haben wir genug gesehen und machen uns auf den Rückweg via "Monte Sant'Angelo" und "Mattinata" nach "Vieste". Die langgezogenen Serpentinen vom "Valle Carbonara" hinauf nach "Monte Sant'Angelo" führen durch ausgedehnte Ginsterfelder. Der Ginster steht an diesem Nordhang zurzeit in voller Blüte.

Ein Halt auf dieser Strecke, um die bezaubernde Aussicht zu geniessen, lohnt sich auf jeden Fall.


Da wir "Monte Sant'Angelo" erst kürzlich einen Besuch abgestatten haben, umfahren wir den Dorfkern und peilen direkt die Talabfahrt nach "Mattinata" an, jedoch nicht ohne einen Blick auf dieses einzigartige Dorf mit seiner landestypischen Bauweise geworfen zu haben.


Majestätisch thront die sehenswerte Ortschaft am östlichen Ende einer Hügelkette.


Auch die kurvige Abfahrt nach "Mattinata" geizt nicht mit traumhaft schönen Ausblicken und bunter Vegetation.


In einem gemütlichen Terrassenrestaurant an der Küstenstrasse nach "Mattinata" machen wir einen kurzen Lunch-Halt.


Die Küste zwischen "Mattinata" und "Vieste" ist eine Pflichtübung für jedermann. Etwas Schöneres können wir uns kaum vorstellen (die Amalfiküste und Australien mal ausgenommen ;-)

Bizarre Kalksteinfelsen wechseln sich mit lieblichen Sandstrandbuchten ab, dazu als kontrastreicher Hintergrund das tief blaugrüne Mittelmeer.


Einen weiteren Teil dieser traumhaft schönen Küstenlinie werden wir bei einem unserer nächsten Ausflüge vorstellen.

Windsurfen im Gargano (I) (Mittwoch, 9.6.2010)
Wetter: sehr schön / Temp.: 28 Grad / Wind: 3 - 4 Bf.

"Windguru" und "Windfinder" haben heute wieder mal versagt. Sie haben ab elf Uhr 3 Bf. ansteigend auf 4 Bf. bis fünf Uhr prognostiziert. Der Wind erreicht zwar bereits um zehn Uhr ca. 3 bis 4 Bf., lässt dann aber viel zu früh nach und schläft praktisch um drei Uhr fast gänzlich ein. Weil wir etwas zu spät aufs Wasser sind, können wir lediglich eineinhalb Stunden mit unseren 7.2 m2 bzw. 6.0 m2 Segeln surfen. Nun hoffen wir auf morgen, wo noch etwas mehr Wind als heute vorhergesagt ist. :-)

Fotos des Tages: Die vier Wachstumsstadien
der Föhrenzapfen am Baum auf unserer Parzelle






Windsurfen im Gargano (I) (Donnerstag, 10.6.2010)
Wetter: sehr schön / Temp.: 30 Grad / Wind: 5 - 4 Bf.

Ein weiterer toller Windsurftag im Gargano liegt vor uns. Die Eckdaten des heutigen Tages sprechen für sich: Lufttemperatur 30 Grad, Wassertemperatur 24 Grad, total gleichmässiger Wind aus Osten (schräg auflandig) mit 5 Bf. (später 4 Bf.).

Gleichwohl fahren wir vorher mit dem Roller noch kurz nach "Vieste" rein, um einzukaufen und beim "Why not" einen feinen Cappuccino zu trinken. Zum ersten Mal besteht unsere Roller-Montur nur aus Shorts und T-Shirts.

Der Rückenwind bei der Rückfahrt lässt bereits etwas Vorfreude aufkommen :-) Heute können wir locker mit dem "Shorty" surfen gehen. Der Wind bläst so warm wie ein Föhn über die Bucht.

Als wir mit unseren 6.0 bzw. 5.4 m2 Segeln und dem 105 Liter Lorch und dem 95 Liter Flow aufs Wasser gehen, bläst der Wind mit konstanten 5 Bf. "Sideshore" ohne irgendwelche Uferabdeckung. Wir können mit vollen Segeln am Ufer starten :-)

Achtung, "Werner" und "Jogi" auf Kollisionskurs! "Werner" hatte vor einigen Jahren schon einmal einen folgenschweren "Crash" produziert. Sein Surfbrett erlitt dabei Totalschaden.

Auch "Max", unser schwergewichtiger Nachbar aus Bayern, kommt heute mit seinem 6.2 m2 Segel auf seine Kosten.



Nach zwei Stunden surfen machen wir eine kurze Lunch-Pause. Der Wind hat inzwischen auf 4 Bf. nachgelassen, ist aber nach wie vor sehr konstant, so dass wir auf unsere 7.2 bzw. 6.0 m2 Segel wechseln. Auch dem eher wählerischen "Ernst" ist der heutige Wind genehm.

Wir haben für weitere drei Stunden mächtig Spass. Auf einen solchen Spitzenwindsurftag haben wir lange gewartet. Früher war dieser typische Gargano-Wind wesentlich häufiger anzutreffen.


Windsurfen im Gargano (I) (Freitag, 11.6.2010)
Wetter: sehr schön / Temp.: 33 Grad / Wind: 5 - 6 Bf.

Seit einer Woche geniessen wir das schöne und mittlerweile heisse Sommerwetter. Laut Meteorologen wird dies auch in absehbarer Zeit so bleiben :-) Indessen fällt das Thermometer in der Nacht kaum mehr unter die 20-Gradgrenze ab, so dass Schlafen für uns je länger je mehr zu einer Schwitzpartie wird.

Am Strand tummeln sich zahlreiche Händler aus Nordafrika und versuchen der zurzeit geschwunden Touristenschar ihre Waren zu verkaufen. Sie haben es dieses Jahr nicht leicht, denn das Geld wird in wirtschaftlich schlechten Zeiten nicht so locker ausgegeben wie sonst.



Das Gleiche trifft wohl auf den Kokosnuss-Verkäufer am Strand mit seinem Palmenwägelchen zu :-)

Nach dem gestrigen Supersurftag können wir uns kaum noch eine Steigerung vorstellen. Weder "Windguru", noch "Windfinder" haben vorhergesagt, was wir heute erleben. Bereits um zehn Uhr frischt praktisch aus dem Nichts ein kräftiger Ostwind auf, der das Meer zum Schäumen bringt. Bei 5 bis 6 Bf. schräg auflandigem Wind gibt es kein Halten mehr. Wir packen unsere 5.4 bzw. 4.7 m2 Segel und dazu unsere kleinsten Bretter (85 und 95 Liter) und brausen los.


Der kräftige Wind weht absolut gleichmässig und baut innert Kürze eine ca. ein Meter hohe Welle auf, geradezu ideal zum Absurfen. Die hervorragenden Surfbedingungen erinnern uns ein wenig an hawaiianische Verhältnisse.


Vier Stunden tummeln wir uns auf dem Wasser, bis uns Arme, Beine und Rücken unmissverständlich darauf aufmerksam machen, dass es für heute genug ist.

Der Wind hat inzwischen etwas nach Südost gedreht und ist dadurch unbeständiger und auch schwächer geworden. Zufrieden mit dem heutigen Surftag steuern wir das Ufer an.


Am Ufer nur zufriedene, begeisterte Gesichter. Wer heute keinen Spass hatte, ist selbst schuld. Dies war wohl eine der besten Windsurfwochen seit wir hier sind :-)

Als Abschluss des grandiosen Surftages geniessen wir von der Terrasse des "Café Touring" aus die Aussicht auf die Bucht und schauen bei einem "Cappuccino" den Surfern und Kitern zu, die den Restwind des Tages noch bis zuletzt auskosten wollen.


Windstatistik im Gargano (Bucht "Santa Maria di Merino")
Die Windstatistik im Gargano seit Mitte April kann sich sehen lassen. Mit einer kleinen Lücke, wo wir nicht im Gargano anwesend waren, haben wir jeden Tag mit Wetter-, Wind- und Temperaturangaben sowie mit gefahrener Surfausrüstung erfasst. Für Interessierte haben wir ein PDF-Dokument mit Daten und Grafik zum Download bereitgestellt.


Camping im Gargano (I) (Samstag, 12.6.2010)
Wetter: schön / Temp.: 30 Grad / Wind: 1 - 2 Bf.

Nachmittäglicher Spaziergang zum nördlichen Ende der "Bucht von Santa Maria di Merino".



Blick auf die Nachbarbucht.

Cappuccino bei der "Merino Bar".

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