Wetter: sehr schön / Temp.: 29 Grad / Wind: 4 - 6 Bf.
Uns erwartet heute eine wirklich grosse Überraschung. Um ca. zehn Uhr baut sich völlig unerwartet aus Norden ein starker Wind auf. "Windguru" und "Windfinder" haben lediglich verhaltene 2 Bf. vorhergesagt. Vermutlich ist das Tiefdruckgebiet über Norditalien dafür verantwortlich, an dessen unterem Rand wir uns zurzeit befinden.
Um halb elf Uhr, als der Wind satte 5 Bf. erreicht, gehen wir mit dem 6.0 bzw. 5.4 m2 Segeln und unseren kleinsten Brettern aufs Wasser. Die Wasseroberfläche ist noch spiegelglatt, so dass wir ungebremst unsere Halsen ins Meer schneiden können, ein selten tolles Gefühl. Nach einer halben Stunde legt der Wind sogar noch um ein Beaufort zu, so dass wir bei 5 bis 6 Windstärken auf unsere 5.4 bzw. 4.7 m2 Segel wechseln können.

Inzwischen hat sich eine veritable schöne Welle aufgebaut und der Wind pendelt sich auf 4 bis 5 Bf. ein. Für volle 4 Stunden geniessen wir unbeschwertes "Surffeeling". Wir können es kaum glauben. Es ist dies der sechste Supersurftag innerhalb der letzten acht Tage :-))

Wir lassen den Nachmittag auf der Terrasse des "Caffé Touring" bei einem Cappuccino ausklingen.


Heute wir in "Vieste" das "Festa Sant'Antonio di Padua" gefeiert. Nach dem Abendessen fahren wir mit dem Roller nach "Vieste", um das Fest hautnah bzw. ohrennah mitzuerleben. Zu jedem Fest gehört in Italien auch ein Feuerwerk oder besser gesagt ein Knallwerk dazu ;-)
Vor dem grossen Umzug flanieren wir durch die belebten Strassen, Gassen und Plätze von "Vieste". Die ganze Stadt scheint heute Abend auf den Beinen zu sein.


Mehrere Blasmusiken spielen in den Strassen und Plätzen zum frohen Feste auf.



Früh übt sich…

Dazwischen genehmigen wir uns in einem der vielen Cafés eine feine Gelati. Man gönnt sich ja sonst nichts ;-)

Höhepunkt des Abends bildet ein grosser Umzug begleitet mit Musik und Feuerwerk. Dabei wird eine Statue des "Sant'Antonio di Padua" beginnend bei der Kirche durch verschiedenste Strassen und Gassen getragen, gefolgt von einer riesigen Menge von betenden und singenden Gläubigen.




Der Umzug dauert ca. zwei Stunden bis er sich durch die teils schmalen Gassen geschlängelt hat und wieder bei der oberen Kirche angekommen ist.


Anschliessend folgt an der Hafenpromenade ein erstes grosses Feuerwerk.



Das zweite Feuerwerk um Mitternacht warten wir nicht ab und auch die ohrenbetäubende Rockmusikband auf der Hafenpromenade trifft nicht gerade unseren Musikgeschmack. So begeben wir uns um zehn Uhr auf den Rückweg.

Es war wieder mal ein wunderschöner und friedlicher Abend in "Vieste".
Windsurfen im Gargano (I) (Montag, 14.6.2010)
Wetter: sehr schön / Temp.: 28 Grad / Wind: 3 - 5 Bf.
Wir können es kaum glauben. Bereits beim Frühstück kündigt unsere unruhige Sonnenmarkise erneut Starkwind aus Norden an. Bei einem prüfenden Blick aufs Meer zeigen sich schon die ersten Schaumkronen, die sich allmählich über die ganze Bucht erstrecken. Erste Windsurfen brausen bereits bei ca. 5 Bf. übers Wasser.


Eigentlich wollten wir heute Morgen zunächst auf den Montagsmarkt in "Vieste", was wir nun trotz des Windes auch tun. So wie es ausschaut, wird dieser wohl nicht so schnell einschlafen. Mal sehen…
Wir schlendern mehr unruhig, als ruhig durch den Markt und werfen immer wieder mal einen Blick auf die Schaukronen in der Bucht vor "Vieste".


Um halb elf Uhr sind wir bereits wieder auf dem Campingplatz. Nun gibt es kein Halten mehr, obwohl der Wind scheinbar auf ca. 3 bis 4 Bf. abgenommen hat. Wir packen unsere 7.2 bzw. 6.0 m2 Segel und die 120 bzw. 105 Liter Bretter und mischen uns unter die wenigen Surfer in der Bucht.



Für zweieinhalb Stunden vergnügen wir uns auf dem Wasser.

Übrigens, das "Hellcut" 7.2 m2 von "Neil Pryde" zusammen mit dem "Lorch Windglider", 120 Liter stellt eine ideale Kombination dar. Wir sind mit dem neuen Brett sehr zufrieden.

Windsurfen im Gargano (I) (Dienstag, 15.6.2010)
Wetter: schön / Temp.: 29 Grad / Wind: 4 - 6 Bf.
Und noch ein Starkwindtag. Der tolle Starkwind im Gargano will kein Ende nehmen :-) Schon am Vormittag weht ein surffähiger Wind aus Osten (ca. 4 Bf.).


Wir halten uns noch zurück und essen zuerst eine Kleinigkeit zu Mittag. Der Wind nimmt weiter zu, so dass wir nun mit unseren 6.0 bzw. 5.4 m2 Segeln und den kleinsten Boards losbrettern können. Mit satten 5 bis 6 Bf. Wind rauschen wir durch die Bucht.


Der Wind ist angenehm gleichmässig und baut ausserhalb der Bucht eine knapp ein Meter hohe Welle auf.

Die italienische "Navy" sorgt derweil bei den Strandverkäufern für Ordnung. Einige müssen ihre Waren zusammenpacken.

Nach drei tollen Stunden Windsurfen haben wir genug und erholen uns zusammen mit Traudl und Herbert auf der Terrasse des "Caffé Touring" :-)

Der Gargano zeigt sich einmal mehr von seiner besten Seite. Es ist dies der achte Supersurftag innerhalb der letzten zehn Tage, eine schier unglaubliche Windausbeute :-))
Windstatistik im Gargano (Bucht "Santa Maria di Merino")
Die Windstatistik im Gargano seit Mitte April kann sich sehen lassen. Mit einer kleinen Lücke, wo wir nicht im Gargano anwesend waren, haben wir jeden Tag mit Wetter-, Wind- und Temperaturangaben sowie mit gefahrener Surfausrüstung erfasst. Für Interessierte haben wir ein PDF-Dokument mit Daten und Grafik zum Download bereitgestellt.
Ausflug nach Vico del Gargano (I) (Mittwoch, 16.6.2010)
Wetter: sehr schön, heiss / Temp.: 35 Grad / Wind: 1 - 3 Bf.
Wir haben wohl die heisseste Nacht hinter uns, seit wir hier im Gargano sind. Um Mitternacht hat das Aussenthermometer immer noch 26,5 Grad angezeigt und am frühen Morgen liegt die Temperatur bereits bei 24,5 Grad. Trotzdem absolvieren wir eisern unser Fitnessprogramm, welches heute aus Einturnen, Nordic Walking, Schwimmen im Meer und den "Fünf Tibetern" besteht :-)
Nach dem Frühstück ist es bereits derart heiss, dass wir im Sommerlook auf dem Roller nach "Vieste" reinfahren können.

Der amüsante Kellner beim "Caffé Why not" erwartet uns mit seiner Italien-Fussball-Fan-Mütze und bringt uns den Cappuccino mit einem Glas Wasser, versteht sich.

Am Nachmittag erreichen wir mit 35 Grad den bisherigen Wärmerekord dieses Jahres. Erfreulicherweise weht eine leichte Brise, so dass die Hitze erträglich bleibt. Wir unternehmen zusammen mit Margot und Fred eine Rollertour durch den kühlenden "Foresta Umbra" nach "Vico del Gargano".

Der Ginster blüht mittlerweile nur noch an nördlichen Lagen.

Die Aussicht auf "Peschici" ist, wie immer, beeindruckend.

In "Vico del Gargano" darf ein Besuch bei der "Pasticceria Gelateria Pizzicato" nicht fehlen :-)

Der Südostwind bläst, wie bei uns zuhause ein heisser Föhn, durch die Täler des Gargano. Obschon wir auf dem Roller nur in T-Shirts und Shorts fahren, schwitzen wir unter dem Helm und obligaten Nierengurt um so mehr. Ein kurzer Stop beim Aussichtspunkt vor "Peschici" tut allen gut.


Als wir auf dem Campingplatz ankommen, ist unsere Sonnenmarkise gänzlich eingefahren (wir hatten sie ca. einen Meter ausgefahren), unser grosses Surfbrett liegt auf der Kante an den Surfwagen angelehnt und unser Campingteppich liegt zerfurcht vor unserem "Elchi". Grosses Staunen?!?
Ernst, ein netter Campingnachbar erklärt uns, dass eine urplötzliche Windböe mit ca. 8 bis 9 Beaufort aus dem Nichts über den Campingplatz gefegt sei, dabei diverse Ausstellfenster und Sonnenmarkisen zum Scheppern gebracht und auch einige Surfbretter durch die Luft gewirbelt hätte. Ein Fenster bei einem anderen Camper wurde dabei sogar beschädigt. Nach einer Minute sei der Spuk wieder vorbei gewesen.
Zum Glück war unsere Markise nur wenig ausgefahren, sonst wäre diese möglicherweise abermals zerstört worden, wie letzten Herbst am Neusiedlersee. Ernst hatte nach dem Durchgang des kurzen Wirbelsturms unsere "Omnistor" präventiv eingefahren. Noch mal riesengrosses Glück gehabt!
Es ist ein wunderschöner, milder Abend. Wir schlendern noch etwas dem Strand entlang.


Bei der "Gelateria Terrazza" bleiben wir, wie üblich, kleben ;-) Bei einer feinen Gelati schauen wir den schwitzenden Beach-Volleyball-Spielern eine Weile zu.

Eine weitere heisse Nacht steht uns bevor. Die Temperaturen sinken nur zaghaft unter die Dreissiggradgrenze. Wir haben schon jetzt alle verfügbaren Fenster und Lucken zum Durchlüften geöffnet.
Windsurfen im Gargano (I) (Donnerstag, 17.6.2010)
Wetter: sehr schön / Temp.: 33 Grad / Wind: 3 - 4 Bf.
Wir starten wiederum mit 24.5 Grad in den neuen Tag. Bereits am frühen Morgen weht aus Norden ein stattlicher Wind, der eigentlich nicht vorhergesagt worden war. Also nichts wie raus aufs Wasser. Zunächst versuche ich es mit dem 6.0 m2 Segel und dem 105 Liter Lorch. Doch bald einmal nimmt der Wind ab, so dass ich auf das 7.2 m2 Segel und den 120 Liter Lorch wechseln muss um noch ins Gleiten zu kommen. Das Vergnügen ist leider nur von kurzer Dauer (höchstens eine Stunde), dann schwächelt der Wind je länger je mehr.


Wir entschliessen uns kurzerhand, nun doch noch die eigentlich für heute geplante Küstentour mit dem Roller südlich von "Vieste" unter die Räder zu nehmen.


Für einen solchen Ausflug über die gut ausgebaute, abwechslungsreiche Strasse mit vielen attraktiven Aussichtspunkten lohnt es sich, einen wunderschönen Tag, wie den Heutigen, auszuwählen. Das blaugrün türkis gefärbte Meer mit den weissen Kalkfelsen kommt dann besonders gut zur Geltung.


Immer wieder faszinierend anzusehen sind die zahlreichen Höhlen und Felsenbogen vom Meer und Wind aus dem weichen Kalkstein gewaschen.

Bei der Rückfahrt machen wir in einer der zahlreichen reizvollen Sandstrandbuchten Halt und geniessen bei einem Cappuccino die schöne Aussicht auf das Meer und das entfernte "Vieste".



Anita hat uns zum Lunch einen feinen Aprikosenkuchen gebacken. Auf der Rückfahrt läuft uns bei dem Gedanke daran bereits das Wasser im Munde zusammen :-)


Am Abend geniessen wir noch einmal "Vieste", unser Lieblingsdorf. Diese einzigartige Ortschaft lebt nicht nur an besonderen Feiertagen, wie beispielsweise am "Sankt Antonio Fest", sondern jeden Tag. Dabei sind es nicht die Touristen, die wesentlich zu diesem Eindruck beitragen, sondern die Einwohner dieser ausserordentlich lebendigen Kleinstadt selbst.

Wir schlendern zwei Stunden durch die bezaubernden Gassen der Altstadt, vorbei an Dutzenden von Pizzerias, Bruschetterias, Gelaterias, Creperias, Boutiquen und Läden verschiedenster Art.




Wir haben in all den vielen Jahren, seit wir hier im Gargano Urlaub machen, erst einen kleinen Teil der vielen gemütlichen Restaurants ausprobiert.




Die meisten Restaurants verfügen zusätzlich zu den Tischen in den Gassen und Piazzi noch über rustikale Kellergewölbe.

Die verschiedenen Torbogen in der Altstadt verleihen den Gassen eine besondere Ausstrahlung.



Auch unser favorisiertes "Caffé Why not" setzt am Abend auf lauschige Beleuchtung.


Ein wunderschöner Abend in unserem Traumdorf geht zu Ende. Möglicherweise war es der Letzte in diesem Jahr, denn wir haben beschlossen, am Sonntag den Gargano zu verlassen und nach Norden zu weiterzufahren.
Camping im Gargano (I) (Freitag, 18.6.2010)
Wetter: bewölkt bis schön / Temp.: 27 Grad / Wind: 1 - 2 Bf.
Der Tag beginnt bewölkt, absolut ideal um unsere Surf- und Campingsachen zusammenzupacken. Da für heute und morgen sowieso kein surfbarer Wind mehr vorhergesagt ist, fällt es uns etwas leichter, uns vom geliebten Surfen zu trennen.
Wir sind ein gut eingespieltes Team und sind um vier Uhr grösstenteils mit unseren Aufräumarbeiten fertig, so dass sogar noch ein Cappuccino im "Caffé Touring" drinliegt :-)
Unseren Abendspaziergang machen wir für einmal zum Swimmingpool des Campingplatzes.


Das engagierte Animations-Team ist eben am Ausschwärmen um ihrer Tätigkeit gerecht zu werden.

Windsurfen im Gargano (I) (Samstag, 19.6.2010)
Wetter: sehr schön / Temp.: 27 Grad / Wind: 4 - 6 Bf.
Unseren letzten Tag am Gargano beginnen wir mit einer "Nordic Walking-Runde" am Strand. Es weht bereits ein leichter Wind aus Norden, der sich im Laufe des Vormittags noch verstärkt und zu einem tollen Surfwind mit 4 bis 6 Bf. wird.

Leider haben wir unsere Surfausrüstung schon eingepackt und so schauen wir diesmal eben ein wenig dem munteren Treiben auf dem Wasser zu.

Im Nu ist die Bucht voller Windsurfer.



Nachdem wir am Nachmittag mit all unseren Pack- und Aufräumarbeiten fertig sind, fahren wir mit dem Roller ein letztes Mal zum "Trabucco" bei "Peschici". Diesmal nehmen wir die Zufahrtsstrasse, die kurz vor "Peschici" nach rechts abzweigt. Der Anblick des durch die Brandkatastrophe vom 2007 erzeugten kahlen, felsigen Küstenstreifens ist ernüchternd.

Lediglich eine kleine Baumgruppe hat hier in exponierter Lage das Inferno überlebt.

Gleichermassen sind die Bäume in einer der östlich liegenden Nachbarbuchten von "San Nicola" durch einen glücklichen Umstand erhalten geblieben.

Der Felssporn des Trabuccos selbst ist unseres Wissens nie bewaldet gewesen.

Noch ein letztes Foto vom Abstieg zum Trabucco mit herrlicher Aussicht auf die Bucht von "San Nicola", die von der Brandkatastrophe besonders betroffen war.

Die "Möwe Jonathan" schaut uns interessiert zu :-)

Vielleicht erinnert sie sich an uns, denn wir waren doch schon Dutzende Male hier an diesem bezaubernd schönen Ort des Gargano.
Unseren letzten Abend im Gargano verbringen wir zusammen mit Traudl und Herbert im "Ristorante Umbra Mare".


Ein wunderschöner Abend und damit auch unser neun wöchiger Aufenthalt im Gargano gehen zu Ende.

Wir haben die Zeit hier in Apulien in vollen Zügen genossen. Das Wetter hat sich hervorragend gehalten und wir hatten während der ganzen Zeitspanne nur ein paar wenige Tage Regen, meist in der Nacht. Auch die Windausbeute war dieses Jahr phänomenal (siehe PDF-Dokument mit Windstatistik). Damit hatten wir, nach den Erfahrungen der vergangenen Jahre, am wenigsten gerechnet. Gargano wir kommen wieder…


Hallo, ich lese immer eure Berichte.Super wir ihr das alles beschreibt.Wir surfen nicht,für uns ist Vieste aber auch unser Traumstädtchen. Wir waren vom So 6.Juni - Do 17.Juni auf dem Stellplatz Arizona und waren am Marktag auch am stöbern.Das nächste x halte ich nach euch ausschau. Vivi und Sebi aus Winterthur.
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AntwortenLöschenHallo Vivi und Sebi,
AntwortenLöschenwir werden nächstes Jahr bestimmt wieder im schönen Gargano verweilen. Vielleicht sehen wir uns. Schickt uns doch ein Foto, damit wir Euch erkennen können. Bis dann...
Gruss Anita und Heinz