(Samstag, 26.6.2010)
Wetter: sehr schön / Temp.: 29 Grad / Wind: 3 - 5 Bf. S
Es ist ein traumhaft schöner Morgen mit klaren Sichtverhältnissen. Nach dem "Nordic Walking" auf dem Uferweg und einem stattlichen Frühstück fahren wir mit dem Roller nach "Cólico", welches nahezu gegenüber von "Gera Lario" am anderen Seeufer liegt. Das Dorf verfügt über eine gute Infrastruktur und eine attraktive Hafenpromenade mit zahlreichen Restaurant und Cafés.



Der "Ducati-Moto-Club" ist heute Samstag ebenfalls unterwegs :-)

Ich würde ja gerne auch so eine Maschine fahren, aber unser Heckträger ist nur auf 200 kg zugelassen und grössere gibt es nicht ;-)
Der Blick auf das gegenüberliegende Ufer mit "Domaso" ist heute gestochen scharf. Noch liegt der See spiegelglatt vor uns.

Nach dem obligaten Cappuccino besichtigen wir das Strandbadgelände des Dorfes.

Die Surf- und Kite-Schule "Cólico" und surfenden Gäste verfügen hier mit der grossen Wiesenanlage und dem normalerweise wehenden "Sideshore-Wind" aus Süden über ein ideales Gelände.


Einzig das Schnellboot, das hier am Hafen anlegt, könnte den Surfschülern ab und zu in die Quere geraten.

Ein grosses Café/Restaurant und gleich dahinter, ein kostenpflichtiger Stellplatz für Wohnmobile runden das attraktive Angebot von "Cólico" ab. Wir sind beeindruckt.


Gegen Mittag sind wir wieder zurück auf unserem Campingplatz. Der Wind ruft :-) Als wir um ein Uhr aufs Wasser gehen, hat er noch nicht die volle Stärke erreicht. Wir nehmen das 7.2 bzw. 6.0 m2 Segel und das 105 bzw. 120 Liter Brett. Leider ist der Wind nicht so konstant, wie wir uns das gewünscht hätten. Ausserdem sind heute, weil Wochenende ist, erheblich mehr Windsurfer und Kiter auf dem See, als unter der Woche.


Der Comosee ist definitiv nicht einfach zum Surfen. Zum einen macht einen die oft chaotische Kabel- und Kreuzwelle zu schaffen. Zum andern sind die Winde oftmals zu unbeständig und böig, als dass man entspannt über den See gleiten und lockere Halsen ins Wasser schneiden könnte. Immer wieder gibt es massive Windlöcher, so dass man auch kaum mit kleinen Brettern und Segeln surfen kann, umsomehr, da wir von unserem Campingplatz aus zuerst eine fast windlose Durststrecke über den Kanal bewältigen müssen. So sind wir dann oft überpowert unterwegs, was auf die Länge wenig Spass macht. So, jetzt haben wir genug gemeckert ;-) Lasst uns lieber den feinen Cappuccino an der Strandbar geniessen.

Spaziergang zur Kirche San Miro,
Windsurfen in Sorico (Comosee) (I) (Sonntag, 27.6.2010)
Wetter: sehr schön / Temp.: 29 Grad / Wind: 4 - 5 Bf.
Wir werden von den typischen Glockenklängen norditalienischer Kirchen geweckt.

Was für eine tolle Woche! Die ganze Zeit hatten wir schönes, warmes Wetter und dazu erst noch guten Gleitwind. Lediglich an einem Tag war der Wind ein bisschen knapp. Wir nutzen den noch kühlen Sonntagmorgen und sehen uns die Kirche "San Miro" an.

Ein steiler, steiniger Treppenweg führt direkt vom Zentrum von "Sorico" aus hoch zum alles überragenden Kirchenhügel.

Vorbei am alten Signalturm (Torre) aus dem Mittelalter steigen wir durch den schattenspendenden Wald empor zur Grotte an der San Miro 1381 starb.


Die auf dem Plan verzeichnet Quelle können wir nicht finden, dafür einen kleiner Wasserfall.

Der steile Aufstieg artet zu einer Fitnesstour aus.

Unsere Mühe wird mit einer atemberaubenden Aussicht auf "Sorico" und "Gera Lario" belohnt.

Man kann von hier aus alle vier Campingplätze von "Sorico" gleichzeitig überblicken.




Auch das Zentrum von "Sorico" mit der Kirche und "Domaso" in der Ferne sind trotz dunstigem Wetter gut erkennbar.


Die Wallfahrtkirche "San Miro" selbst schaut von aussen eher unscheinbar aus. Leider ist die Kirche verschlossen und dies selbst an einem Sonntag (vermutlich wegen möglichen Vandalenakten). Wir hätten uns die Freskenmalereien gerne angesehen.

Vom oberhalb des Dorfes liegenden Bergkamm starten mehrere Gleitschirme und ziehen friedlich ihre Kurven bis sie schliesslich auf der Bade-/Kitewiese von "Sorico" sanft landen.

Wir machen uns an den Abstieg. Immer wieder faszinierend sind die Blüten der Sträucher am Wegesrand mit ihren filigranen Strukturen und Farben.



Pünktlich um zwölf Uhr startet der Südwind und erreicht um ein Uhr Gleitstärke von 4 bis 5 Bf. Mit dem 7.2 m2 Segel und dem 105 Liter Lorch bin ich heute gut unterwegs. Anita pausiert. Sie freut sich auf die Ostseeinsel "Rügen", wo wir demnächst landen werden :-)

Heute sind die Wellen doch etwas gleichmässiger als gestern und der Wind zumindest für zwei Stunden ziemlich konstant. Nach zweieinhalb Stunden habe ich genug gesurft. Es ist dies unser letzter Tag am Comosee. Morgen fahren wir weiter das "Veltlin" hinauf bis ins schweizerische "Puschlav" (Poschiavo).
Noch einmal lassen wir uns die Pizza in der "Pizzeria Spluga" schmecken.

Das Dessert genehmigen wir uns in der "Gelateria Monti" in "Domaso". Hier gibt es das beste Eis im Dorf :-)

Anarchie auf den italienischen Strassen
Wenn man zweieinhalb Monate Aufenthalt in Italien unfallfrei überlebt hat, ist dies fast wie ein Wunder, wenn man die chaotischen Verkehrsverhältnisse in diesem Land betrachtet.
In einem Tunnel mit Tempolimit 70 km/h und Überholverbot braucht man nicht lange zu warten, bis man trotz doppelter Sicherheitslinie von einem Italiener mit Tempo 100 oder mehr überholt wird. Übertretungen der Verkehrsvorschriften gehören in Italien anscheinend zum guten Ton. Geschwindigkeitslimits werden grundsätzlich nicht eingehalten. Wenn einer dies trotzdem tut, wird er andauernd überholt und dies erst noch risikoreich. Kurven schneiden und ausholen trotz ausgezogener Sicherheitslinie gehören zur Tagesordnung.
Es kann einen wirklich Angst und Bange werden bei so vielen Verkehrschaoten. Hinzu kommt, dass es in Italien offenbar nur zwei Fahrzustände gibt: entweder sie schleichen auf den Strassen umher, dass selbst dem Geduldigsten der Kragen platzt oder sie rasen durch die Strassen, als ob sie auf einer Formel-1-Strecke fahren würden. Im Vergleich zu anderen uns bekannten Ländern liegt Italien mit diesem weitverbreiteten aggressiven Fahrverhalten an einsamer Spitze. In Australien haben wir letztes Jahr das Gegenstück erlebt. Dazwischen liegen nun wirklich Welten.
Sorico (Comosee) (I) - Poschiavo (CH) (Montag, 28.6.2010)
Wetter: sehr schön / Temp.: 26 Grad
Unser heutiges Ziel ist der schweizerische "Lago di Poschiavo", welcher 80 km entfernt vom Comosee, gleich hinter der italienischen Grenze liegt. Der einzige Campingplatz "Cavresc" befindet sich bei "Le Prese" am oberen Ende des Sees. Wie bei unserem Ausflug nach "Sondrio", verbringen wir die Fahrt durch das "Veltlin" in einer Autokolonne. Die Strecke ist wirklich stark befahren.
In "Tirano" zweigen wir dann nach links ins "Puschlav" ab.

Ein paar Mal kreuzen wir das Trasse der "Rhätische Bahn".

Schon bald haben wir den blaugrün schimmernden "Lago di Poschiavo" auf 960 m.ü.M. erreicht.

Der Campingplatz ist mit Hilfe unseres Navis schnell gefunden. Wir erhalten ein wunderschönes Plätzchen mit Baumgruppe im Grünen.


Nach einem kurzen Lunch machen wir uns mit den Velos auf den Weg. Rund um den "Lago di Poschiavo" gibt es einen anmutigen Wander- und Fahrradweg, der auf der Westseite fernab der Hauptstrasse, mehrheitlich parallel zur Eisenbahn verläuft.

Die Bahn fährt überraschend häufig, so dass uns schätzungsweise alle Viertelstunde ein Zug entgegenkommt.

Unterwegs gibt es etliche traumhaft schön gelegene Rastplätze, wo man die Aussicht auf den See und die Bündneralpen in aller Ruhe auskosten kann. Der "Piz Varuna", der "Curnasel" und der "Piz Canton" sind die dominierenden Bergspitzen im Hintergrund. Die bekannten Berge "Piz Palü" und "Piz Bernina" kann man von hier aus nicht sehen.


Am unteren Ende des Sees liegt das kleine Dorf "Miralago". Im Restaurant beim Bahnhof gönnen wir uns eine kleine Verschnaufpause, obwohl die Umrundung des Sees keine grossen Anforderungen an die Kondition stellt :-)

Die nächste rote Bahn der "RhB" fährt eben heran.

Inzwischen weht ein veritabler Thermikwind aus Süden, ähnlich wie am Comosee, nur gibt es zurzeit keine Windsurfer, die den tollen Wind ausnutzen. Vielleicht schaut dies an den Wochenenden anders aus. Und schon wieder kursiert ein Zug der "RhB" :-)

Der Weg am östlichen Seeufer entlang präsentiert sich noch wesentlich spektakulärer, ist aber für Radfahrer gesperrt. Da heisst es absteigen und das Velo stossen ;-)


Jedenfalls ist der Weg wunderschön angelegt und gut gepflegt.


Die Felswände steigen teilweise direkt von Ufer aus steil hoch, so dass der Weg aus dem Fels geschlagen und ab und zu sogar Tunnels erstellt werden mussten.



"Trinken Wasser vom moos'gen Stein, denken es…"

Immer wieder werden unsere Blicke auf die imposanten Viertausender der Bündneralpen gelenkt.

Der See wird vom Hauptfluss, der "Fiume Poschiavino", gespiessen, aber auch von vielen kleinen Bergbächlein, die sich seitlich in den See ergiessen.




Nach zwei Stunden gemütlichen Fahrens bzw. Wanderns sind wir wieder am Ausgangspunkt am oberen Seeufer angelangt.

Eine kleine Erfrischung als Abschluss unserer Seerumrundung im Gartencafé "La Romantica" in "Le Prese" kann nicht schaden ;-)

Ausflug nach Poschiavo (CH) (Dienstag, 29.6.2010)
Wetter: sehr schön / Temp.: 26 Grad
Wir satteln unsere Drahtesel und machen uns auf den Weg nach "Poschiavo". Der gut ausgeschilderte Radweg führt fernab der Hauptstrasse durch das Nachbardorf "Prado" hinauf auf den 50 m höher liegenden Hauptort des Tales, "Poschiavo".

Am südlichen Eingang des Dorfes treffen wir auf die Kirche "Santa Maria Assunta", welche etwas abseits des Dorfes 1692 erbaut wurde.

Leider ist die Türe zur Kirche verschlossen. Der Schlüssel sei auf dem Touristenbüro abzuholen (wahrscheinlich wegen befürchteten Vandalenakten oder Diebstählen).

Gleich am Dorfrand befinden sich die "Palazzi spagnolo", die den nach Spanien ausgewanderten und wieder zurückgekehrten Puschlavern zu verdanken sind.

Die Ortschaft wird durch den Fluss "Fiume Poschiavino" quasi zweigeteilt.

Wir arbeiten uns bis zum Hauptplatz von "Poschiavo" vor, wo an zentraler Lage die Stiftkirche "San Vittore Mauro" steht.



Sie wurde 1497 erbaut und gehört aussen, wie innen, zu den Schmuckstücken des Ortes.



Rund um den Dorfplatz gibt es einige wunderschöne Häuser zu besichtigen.



Hier und in den Seitengassen findet man auch ein paar gemütliche Cafés/Restaurants zum Verweilen.


Nach dem "Lunch" machen wir uns wieder auf den Rückweg, diesmal mit Gegenwind, dafür mit Gefälle :-) Die knapp 5 km schaffen wir locker in einer Viertelstunde. Den Nachmittag legen wir einen halben "recovery and recreation day" ein, was bedeutet, Wäsche waschen, Haare schneiden, Reisetagebuch nachführen, usw.
Auf dem Campingplatz gibt es zwar kein WLAN, aber der Besitzer stellt uns netterweise einen Kabelanschluss an seinem DSL-Modem zur Verfügung, so dass wir über eine schnelle Internetverbindung verfügen.
Als Abschluss unseres Kurzaufenthaltes im "Puschlav" leisten wir uns ein feines Abendessen im "Ristorante da Cesar" des "Albergo Lardi" in "Le Prese".

Wir haben uns vorab im Dorf mal umgesehen und uns für dieses ansprechende Lokale in rustikalem Stil entschieden.

Und wir sollten nicht enttäuscht werden. Der Service ist ausgesprochen freundlich, aufmerksam und flexibel. Das Essen und der Wein schmecken hervorragend. Das Rindsfilet genau so zu bereitet, wie bestellt und auch Änderungen bei der Zusammensetzung des Dessert werden ohne Wenn und Aber umgesetzt.

Wir sind in jeder Hinsicht zufrieden und können das Lokal uneingeschränkt weiter empfehlen.
Poschiavo – St. Moritz, Ausflug Val Rosegg (CH)
(Mittwoch, 30.6.2010)
Wetter: schön, teilweise bewölkt / Temp.: 22 Grad
Wir fahren weiter über den Bernina-Pass ins Oberengadin. Unser nächstes Ziel ist der TCS Campingplatz "St. Moritz Olympiaschanze", wo wir schon öfters zu Gast gewesen sind. Auf der Puschlaver-Seite ist der Bernina-Pass wesentlich länger und steiler als auf der Engadiner-Seite. Durch wunderschöne Alpweiden windet sich die gut ausgebaute Strasse nach oben.


Unser "Elchi" hat ganz schön zu schnaufen. Der Kühlerventilator macht Überstunden :-) Die Passhöhe liegt immerhin auf 2300 m.ü.M.

Ein paar Kilometer vor der Passhöhe zweigt die Alpenstrasse nach "Livigno" ab. Die markanten Felsformationen auf der Südseite des "Piz Lagalp" sind unverkennbar.


Und dann endlich haben wir es geschafft. Das Kulmrestaurant mit dem kleinen See liegt vor uns.

Überlall liegen noch Schneefelder vom vergangenen Winter. Das Bergpanorama ist eindrucksvoll.


Der "Lago Bianco" ist im Gegensatz zu den normalen Alpseen nicht Blau, sondern weisslich grün gefärbt.

Diese ganz spezielle Strecke der "RhB" über den "Bernina" wurde ins UNESCO-Welterbe aufgenommen.

Die Trasseführung mit dem einmaligen Panorama ist denn auch eine grosse Touristenattraktion, die jedes Jahr Zehntausende anlockt.


Die einzigartige Bergkette mit dem "Piz Palü", dem "Piz Zupo" und dem "Piz Bernina" ziehen jeden in den Bann.

Der Campingplatz Olympiaschanze" in "St. Moritz Bad" ist idyllisch gelegen. Wir können uns eine schöne Parzelle auslesen, denn zurzeit herrscht hier noch Vorsaison.


Weil das Wetter heute nicht strahlend schön ist, entschliessen wir uns für eine Radtour ins "Rosegg-Tal". Wir sind, was Radfahren anbelangt seit dem Gargano etwas aus dem Training geraten. Mit 30 km Länge und nur ca. 400 Höhenmeter ist dies ein moderater Anfang. Die Radwege führen durch ausgedehnte Föhrenwälder, vorbei an idyllischen Weihern und Bächlein.



Bei Pontresina zweigen wir nach rechts ins Rosegg-Tal ab.

Von hier bis zum angepeilten Restaurant "Rosegg-Gletscher" liegen noch 5 km mit 200 Höhenmetern. Schon bei der Taleinfahrt präsentiert sich uns das Tal mit den imposanten, schneebedeckten Bergen und dem fast 4000 Meter hohen "Piz Rosegg" im Hintergrund.


Wir queren ein paar Mal den Bergbach, der zurzeit in Folge der Schneeschmelze reichlich Wasser führt.


Trotz Vorsaison sind wir beileibe nicht allein. Auf der Bergstrasse zirkulieren zahlreiche Kutschen, welche die Gäste direkt zum Restaurant führen und auch etliche Wanderer und Mountainbiker sind ebenfalls unterwegs.

Nach eineinhalb Stunden haben wir es geschafft. Die Gletscherzunge liegt vor uns, d.h. die ehemalige Stelle des abgeschmolzenen Gletschers. Das aktuelle Gletscherende ist leider von hier aus nicht mehr sichtbar.

Wir suchen uns einen schönen Platz auf der Terrasse und geniessen bei einer Bündner Gerstensuppe die fantastische Aussicht.

Für ein Bergrestaurant aussergewöhnlich ist das vielfältige Dessert-Buffet. Da können wir unmöglich daran vorbeigehen. Man gönnt sich ja sonst nichts :-)


Die Rückfahrt ins Tal geht naturgemäss zügiger vor sich.



Kurz vor "St. Moritz" passieren wir wieder den malerisch gelegenen Badeweiher "Lej da Stax".

Leider zieht gegen Abend ein kleines Gewitter auf, so dass wir uns für eine Pizza im Dorf durchringen müssen ;-) Die Pizzeria "PIZ EAT&SLEEP4LESS" liegt nur zwanzig Gehminuten von uns weg und verfügt über diverse verschiedene Räumlichkeiten. Wir wählen einen Tisch im heimeligen Arvenstübchen.

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