Wetter: schön / Temp.: 24 Grad / Wind: 1 – 2 Bf.
Während der Nacht hat es leicht geregnet. Der Tag beginnt Wolken verhangen und relativ kühl. Doch schon nach dem Frühstück zeigt sich wieder die Sonne und die Wolken lichten sich auf. Als erstes riggen wir unsere grössten drei Segel auf. Es soll heute Nachmittag noch etwas Surfwind geben. Mal sehen…
Als bis um halb zwei Uhr immer noch kein surfwürdiger Wind weht, unternehmen Eugen und ich eine kleine Radtour.

Vom "Seehof" fahren wir via "Poggenhof" nach "Schaprode" und biegen dort nach "Trent" ab. Von dort aus nehmen wir den Radweg zur Fährstation bei "Vaschvitz" und radeln dann entlang der Küste auf einem Feldweg wieder zurück zum Stellplatz. Wir schaffen die Strecke von 23 km in gut einer Stunde.
Auf dem Stellplatz findet ein stetiger Wechsel statt. Wir gehören mit unserem 5-wöchigen Aufenthalt zu den Wenigen, die für längere Zeit zum Windsurfen hier bleiben.



Solche grosse Vehikel, wie unser Nachbarfahrzeug, sind hier eher selten. Der schmale Zufahrtsweg ist dafür schlichtweg nicht ausgelegt.

Windsurfen auf Rügen (D) (Samstag, 24.7.2010)
Wetter: bedeckt bis schön / Temp.: 20 Grad / Wind: 3 – 5 Bf.
Eigentlich hätte es ein super Surftag werden können. Doch es kam leider anders. Nach dem Frühstück machen wir uns zum Surfen bereit. Bei satten 3 Bf. Wind aus Nordwesten sind wir mit unserem grössen Material bereits im Gleiten. Anita ist mit dem neuen Lorch Glider 115 Liter sehr zufrieden. Das Brett gleitet schnell an und die Halsen klappen auf Anhieb. Sie ist happy :-)

Nach einem kurzen Lunch frischt der Wind weiter auf auf 4 bis 5 Bf.


Seltsame Naturschutzzone auf Rügen
Nach dem Essen surfen wir auch wieder los. Noch am Ufer ruft uns ein älterer Surfer zu, dass die Wasserschutzpolizei auf Patrouille sei und man nicht über die mit Bojen markierte Schifffahrtsrinne hinausfahren dürfe. Sie würden einen bei Nichteinhalten des Verbots abfangen. Plötzlich sehe ich Eugen beim Polizeiboot im Wasser stehen (hier ist Stehrevier) und mit den Männern reden. Nach ein paar Halsen stosse ich ebenfalls dazu und erkundige mich über die Probleme.
Die Polizeimänner erklären uns, dass hier Naturschutzzone sei und man in diesem Strandabschnitt generell nicht Surfen dürfe. Der einzige freigegebene Platz sei die Bucht zwischen "Poggendorf" und "Schaprode", sowie nördlich der Landzunge, wo sich unser Stellplatz befindet, bis zur "Wittower Fähre". Um jedoch vom Stellplatz dorthin zu gelangen, müssten wir einen Teil der Naturschutzzone durchfahren. Auf unsere Frage hin, warum den beim "Campingplatz Schaprode" und Surfschulgelände auf "Hiddensee" dennoch gesurft werden dürfe, bleiben die Beamten seltsamerweise stumm. Diese Strandabschnitte liegen nämlich ebenfalls in der Naturschutzzone. Möglicherweise haben diese Plätze ein heimliches Abkommen mit den "Grünen" getroffen. Wer weiss?
Obwohl wir heute unseren ersten Surftag auf Rügen haben, bleibt es nicht bei einer Information über die Gegebenheiten oder wenigstens bei einer Verwarnung. Zu unserem Erstaunen zücken die Ordnungshüter ihr Strafzettelheft und brummen uns tatsächlich eine Ordnungsbusse auf. Zerknirscht surfen wir ans Ufer zurück und packen unser Surfzeugs bei schönstem Wind weg.
Doch irgendwie stinkt das Ganze zum Himmel. Wie kommt es, dass trotz durchgehender Umweltschutzzone einzelne Ausnahmen gemacht werden, jedoch beim "Stellplatz Seehof" nicht? Der Stellplatzbesitzer, Herr Palke, redet um den Brei herum. Es gelte mit den Naturschützern eine interne Abmachung, dass man vom Stellplatz wegsurfen, jedoch direkt zum freigegebenen Strandabschnitt zwischen "Poggendorf" und "Schaprode" surfen müsse. Dass dies bei der heutigen Nordwestwindlage kaum möglich ist, scheint ihn wenig zu interessieren. Auf weitere Details möchte ich an dieser Stelle nicht eingehen. Unser schöner Surftag hat jedenfalls ein jähes Ende genommen und unser geplanter Surfurlaub auf Rügen steht ernsthaft in Frage.
Mit einem bezaubernden Sonnenuntergang werden unsere erregten Gemüter wieder etwas besänftigt.

Wir müssen erst einmal darüber Schlafen. Morgen schaut die Welt bestimmt wieder anders aus.
Windsurfen auf Rügen (D) (Sonntag, 25.7.2010)
Wetter: schön bis bewölkt / Temp.: 20 Grad / Wind: 5 – 6 Bf.
Obwohl für den heutigen Tag eher bewölktes Wetter vorhergesagt worden ist, empfängt uns der Tag mit purem Sonnenschein. Bei unseren Morgenübungen pfeift uns bereits ein steifer Wind aus Westen mit 5 bis 6 Bf. um die Ohren.

Nach dem Frühstück mit Ei (es ist heute Sonntag :-) riggen wir für Anita noch das 4.7 m2 Segel auf. Dann kann es losgehen. Mit dem 5,4 bzw. dem 4,7 m2 Segel sind wir gut unterwegs. Wir wissen inzwischen, in welchem Bereich wir surfen dürfen. Herr Voigt, der Stellplatzbesitzer, hat uns eine Karte mit den Schutzgebieten und den freigegebenen Surfzonen überlassen. Eine interne Befahrungsregelung für Surfer wurde mit den zuständigen Behörden vereinbart.
(Zur Vergrösserung bitte anklicken)

Wir werden uns selbstverständlich daran halten, denn wir wollen nicht noch einmal eine Konfrontation mit der Seepolizei riskieren.



Gegen halb vier Uhr ziehen dichtere Wolken auf und der Wind wird unbeständig. Wir haben für heute genug gesurft und packen unser Surfzeugs zusammen. Wir waren volle vier Stunden auf dem Wasser und hatten eine super Surftag mit viel Spass.

Um vier Uhr reisst der Himmel wieder auf und der konstante Wind kommt zurück. Da wir schon geduscht und für heute genug gesurft haben, geniessen wir bei Café/Kuchen das "Dolce far niente" :-)
Camping auf Rügen (D) (Montag, 26.7.2010)
Wetter: sehr schön / Temp.: 22 Grad / Wind: 1 – 2 Bf.
Schönes Wetter, jedoch kaum Wind, so etwa lässt sich der heutige Tag wettermässig beschreiben. Der "Schaproder Bodden" liegt beinahe spiegelglatt vor uns. Mit Windsurfen wird heute wohl nichts.

Der "Stellplatz Seehof" liegt fernab jeder grösseren Siedlung und bietet im kleinen Shop nur das Nötigste zum Überleben an. Der nächste Ort "Schaprode" mit einem kleinen Einkaufsmarkt, liegt 5 km entfernt. Unsere Essvorräte sollten wieder mal vervollständigt werden, und so fahren wir gegen Mittag mit dem Roller in die 30 km entfernte Stadt "Bergen" zum Einkaufen. Dort gibt es diverse Supermärkte, wie Aldi, Lidl, Netto, Real und wie sie alle heissen. Daneben widmen wir uns am Nachmittag ausgiebig dem "Dolce far niente".
Der Tag verabschiedet sich auf "Rügen" wie so oft mit einem bezaubernd schönen Sonnenuntergang.


Veloausflug nach Schaprode (D) (Dienstag, 27.7.2010)
Wetter: bedeckt bis schön / Temp.: 24 Grad / Wind: 1 – 2 Bf.
Seit dem frühen Morgen liegt genau über der Insel ein Wolkendeckel. Rundum schaut blauer Himmel zu uns herüber und dies soll noch bis in den Nachmittag hinein so bleiben. Mit unseren Velos (Deutsch: Fahrrädern) fahren wir dem Ufer entlang nach "Schaprode".

Das kleine Dorf liegt nur 5 km südlich vom "Seehof" und ist Ausgangsort für die Fähren auf die Insel "Hiddensee".

Ansonsten besitzt der verträumte Ort wenig Aufregendes.

Der ortsansässige Campingplatz hat die gleichen Probleme mit Windsurfern und Kitern, wie der "Seehof". Wegen der ausgedehnten Naturschutzzonen ist das Revier sehr eingeschränkt.

Nach einer kurzen Besichtigung des kleinen Hafens nehmen wir im rustikalen Gasthof "Zum Fährmann" unser Mittagessen ein. Der gebackene Dorsch mit Bratkartoffeln und Salat schmecken ausgezeichnet :-)


Bei der Rückfahrt schauen wir noch kurz bei der Dorfkirche im landestypischen Backsteinbaustil vorbei.


Eben als wir durch die Tore des "Seehofs" fahren, hat es die Sonne endlich geschafft und brennt in mittaglicher Stärke erbarmungslos vom Himmel. Wir werden die angekündigten 25 Grad wohl doch noch erreichen. "Eugen" steigt eben auf sein Fahrrad um seine Fitness Fahrradtour unter die Räder zu nehmen. Mangels Bäume um eine Wäscheleine zu spannen, haben wir zum erstem Mal unsere kleine Wäschespinne aufgebaut.

Auf die Perspektive kommt es an: Kleine Wäschespinne mal ganz gross ;-)

Eugen und ich fahren mit unseren Rollern nach "Bergen". Er braucht für seinen Notebook eine neue Maus.
Ausflug nach Stralsund (D) (Mittwoch, 28.7.2010)
Wetter: sehr schön / Temp.: 23 Grad / Wind: 1 – 4 Bf.
Camping auf dem Bauernhof ist hier beim "Stellplatz Seehof" noch Wirklichkeit.

Der stolze Hahn mit seinen Hühnern und der wunderprächtige Truthahn mit den Seinigen sind auf dem Hof allgegenwärtig.


Wir fahren heute mit dem Roller ins 50 km entfernte "Stralsund". Die Strecke ist geprägt von unendlich langen Baumalleen und unzähligen Getreidefeldern.



Schon von weitem grüssen den Besucher die Türme der drei grossen Kirchen der 1234 gegründeten Hansestadt.
stralsund4.jpg (Foto folgt)
Die total von Wasser umgebene Altstadt ist von besonderem Reiz und wird geprägt von backsteingotischen Bauten.

In der Nähe des "Alten Marktes" finden wir nach langem Suchen einen geeigneten Parkplatz für unseren Roller. Ausgeschilderte gibt es nur wenige.

Blickfang an diesem grossen Platz sind das schmucke Rathaus und gleich daneben die wunderschöne St. Nikolaikirche.




Am Platz befinden sich aber auch andere sehenswerte Bauten mit ihren prachtvollen Fassaden.



Wir schauen uns zunächst im alten Rathaus um. Das Gebäude wird gerade renoviert. Hier sollen ein paar Einkaufsläden reinkommen.

Nach dem Entrichten von 2x2 Euro dürfen wir uns dann auch das Innere der barocken St. Nikolaikirche genauer ansehen.


Die Kirche wurde 1270 erbaut und enthält eine reiche Ausstattung.





Nach einem kurzen Lunch (spanische Tapas am Alten Marktplatz) spazieren wir ein wenig durch die westlich gelegene Parkanlage.


In den Gassen der Altstadt gibt es jede Menge Cafés, Restaurants und Geschäfte zum Bummeln.

Ebenfalls in der Innenstadt in einem kirchenähnlichen Gebäude (früher Katharinenkloster) befindet sich das "Deutsche Meeresmuseum".

Zum Abschluss unseres Besuchs schauen wir uns noch die "Marienkirche "an.

Auch diese Kirche aus dem Jahre 1384 wird zurzeit innenrenoviert. Der 151 Meter hohe Turm ist der Höchste aller Kirchen in "Stralsund". Die Aussichtsplattform ist für Besucher freigegeben. Wir werden den Turm ein andermal besteigen, wenn die Sicht etwas besser ist.

Die wertvolle Barockorgel aus dem Jahr 1659 ist ein echtes Meisterstück.

Wir verlassen die Altstadt und fahren über den Stadtring zum "Strelapark", einem Shoppingcenter am Rande der Stadt um dort bei "Media Markt" ein paar Besorgungen zu machen.



Gegen Abend kommt allmählich Wind auf. Ein Tiefdruckgebiet wird uns in den nächsten Tagen überqueren und für viel Wind und vielleicht auch etwas Regen sorgen.


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