Wetter: schön bis bewölkt / Temp.: 22 Grad
In der Nacht hat es massiv abgekühlt. Gerade mal 10 Grad zeigt unser Thermometer an. Doch die Sonne scheint schon kräftig vom zurzeit noch beinahe wolkenlosen Himmel, so dass wir das Frühstück in freier Natur geniessen können.

Auch unser "privater" Blumengarten sonnt sich bereits, wie wir, im Strahlenmeer der morgendlichen Sonne.


Zunächst fahren wir mit unseren Fahrrädern zum Einkaufen nach "St. Moritz Bad". Der moderne "Coop-Supermarkt" bietet alles, was wir benötigen.
Anschliessend bereiten wir uns für unsere heutige kleine Bergwanderung zum "Hahnensee" (Lej dals Chöds) vor. Dieser Bergsee, dessen Entstehung auf die letzte grosse Eiszeit zurückgeht, liegt auf 2153 m.ü.M., ziemlich genau oberhalb unseres Campingplatzes. Für den Aufstieg wählen wir den Weg, der gleich hinter der Olympiaschanze südöstlich von uns beginnt.

Der gut ausgeschilderte Wanderweg ist abwechslungsreich und führt vorbei an zwei idyllischen Weihern mit Feuerstellen zum Picknicken (Lej Marsch und Lej Nair).



Immer wieder faszinieren uns traumhaft schöne Durchblicke, welche die hier unberührte Natur geschaffen hat.




Überall liebliche Bächlein, die munter vor sich her plätschern.


Ein Schluck vom kühlen Nass ist absolut unbedenklich, da hier oben weder Kuhweiden, noch andere verunreinigende Quellen existieren.

Wer hoch hinaus will, kann tief fallen ;-)

Im oberen Teil wird der Weg immer steiler. Deshalb stellt das Bergrestaurant hier Wanderstöcke gratis zum freien Gebrauch zur Verfügung, ein einzigartiger Service!

Kurz vor Mittag erreichen wir das Hochplateau mit dem bezaubernden "Hahnensee". Idylle pur, kann man da nur sagen. Der Bergsee liegt wie ein Juwel eingebettet in Schilf- und Magerwiesen, umgeben von Föhrenwald und blühenden See- und Alpenrosen vor uns, ein wahrhaftig einzigartiger Anblick.




Wir sind gerade rechtzeitig, um im Bergrestaurant am See eine feine "Älplermakaroni mit Apfelmus" zu verspeisen (war ja auch so geplant :-)

Zunächst geniessen wir erstmal die fantastische Aussicht auf die dunkelblauen Seen, die Perlen des Oberengadins, zuoberst der "Malojasee", gefolgt vom "Silvaplanersee", wo die Windsurfer und Kiter ihren Spass am Malojawind haben.


Nur durch eine Halbinsel abgetrennt, schliesst sich der kleine "Champfèrsee" an.

Die nachfolgende Flussverbindung überwindet die ca. 70 m Höhenunterschied zwischen dem "Champfèrsee" und dem "St. Moritzersee", dem letzten der vier Seen, innerhalb von nur wenigen Kilometern.


Der "Inn" schlängelt sich anschliessend durch ganze Ober- und Unterengadin ohne weitere Seen zu speisen.
Leider ist es inzwischen wieder ziemlich wolkig geworden und die Lufttemperatur verhalten. Hinzu kommt der typische Maloja-Wind, der um die Mittagszeit so richtig loslegt. So entschliessen wir uns, den Lunch, statt auf der Aussichtsterrasse, im gemütlichen "Arvenstübli" zu uns zu nehmen.

Abgesehen von ein paar "Ausgestopften" sind wir die einzigen Gäste hier.

Für den Abstieg wählen wir den gemächlich abfallenden Wanderweg, der direkt nach "St. Moritz Bad" hinab führt.


Immer wieder queren wir liebliche Bergbächlein, die sich zu Dutzenden in die Engadiner-Seen und letztendlich in den "Inn" ergiessen, welcher in "Passau" in die "Donau" mündet (ein kleiner geographischer Exkurs :-)



Auf dieser Höhe über Meer liegt der Frühling noch nicht lange zurück, was an der noch saftgrünen Vegetation gut erkennbar ist.


Auf dem ganzen Talweg liegt "St. Moritz" im Blickfeld zu unseren Füssen.


Der dominante Baukomplex von "St. Moritz Bad", das "Grand Hotel des Bains Kempinski" mit seiner klassischen Bauweise, ist auch von oben gut auszumachen.

Der neue Residenzen-Komplex wurde an das alte Gebäude optimal angepasst. So sollte es sein.



Wir sind bereits im Tal unten angelangt und bestaunen die zahlreichen riesigen Ameisenhaufen am Wegesrand.

Was diese Skulptur aus einem Baumstrunk geschnitzt wohl darstellen soll?

Der Wanderweg endet unweit nördlich vom Campingplatz. Nur noch wenige Schritte durch die vorgelagerte Blumenwiese mit unserem Hausbächlein und wir sind wieder auf dem Campingplatz zurück.


Es war wieder mal ein gutes "Timing", denn nur kurze Zeit später fallen die ersten Regentropfen, die von einem kleinen Gewitter herrühren.
Wie klein die Welt doch ist! Auf dem Campingplatz treffen wir auf Annelies und Martin, mit denen wir eben kürzlich auf dem Campingplatz im "Gargano" zusammen waren. Nach dem Abendessen setzen wir uns gemütlich zusammen und verleben einen unterhaltsamen Abend.
St. Moritz – St. Gallen (CH) (Freitag, 2.7.2010)
Wetter: sehr schön / Temp.: 28 Grad
Die Rückfahrt in die Ostschweiz über den Julierpass verläuft problemlos. Nach einem kurzen Halt beim "Marmorera-Stausee" trudeln wir gegen Mittag wohlbehalten in St. Gallen ein.

Damit geht unser beinahe dreimonatiger Aufenthalt in Italien bzw. im Süden der Schweiz zu Ende. Wir hatten wieder mal eine tolle Zeit mit viel Wetter- und Windglück. Die Tage mit Regen lassen sich buchstäblich an einer Hand abzählen. Wir hoffen, dass uns der Wettergott auch bei unseren nächsten Reisen nach Deutschland und Holland wohl gesonnen bleibt :-) Zunächst legen wir aber einen zweiwöchigen "recovery and recreation stop" ein. Wenn man, wie wir zurzeit, andauernd unterwegs ist, häufen sich doch mit der Zeit einige Pendenzen an, die es vor Ort zu erledigen gilt. Wir melden uns mit unserem nächsten Reisebericht durch Deutschland ab ca. Mitte Juli. Machet's guet…
Anita und Heinz
(the travelling webmasters)

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