Wetter: sehr schön / Temp.: 28 Grad
Eigentlich wollten wir während unseres Aufenthaltes im Raum "St. Gallen" unser Reisetagebuch für einmal ruhen lassen. Ein ausserordentliches Ereignis des heutigen Tages möchten wir Euch gleichwohl nicht vorenthalten.
Frohen Mutes bringen wir unseren "Elchi" am frühen Morgen in die Servicewerkstatt um unser Reisemobil wieder mal durchchecken und die ordentliche Abgaskontrolle durchführen zu lassen. In der Zwischenzeit vervollständigen wir in unserem Stamm-Windsurfshop "Windsurf und Snowboard Center Staad" unsere Surfausrüstung. Susi und Christian, die Inhaber dieses inzwischen beinahe einzigen Surfshops in der Ostschweiz, kennen wir schon sehr lange, genauer gesagt, seit wir Windsurfen, nämlich seit 30 Jahren :-)

Im "Hundertwasser Haus" beim Kreisverkehr zum "Flughafen Altenrhein" (eine alte "de Havilland Vampire" thront über dem Kreisel) nehmen wir anschliessend das Mittagessen ein.


Nach dem zu unserer Zufriedenheit erledigten Autoservice fahren wir gut gelaunt nach St. Gallen zurück. Bei der Ausfahrt Richtung Engelburg (wir befinden uns bereits in einer zügigen Abwärtsfahrt) werden wir von einem lauten Knall aufgeschreckt. Gleichzeitig sackt unser Reisemobil zwanzig Zentimeter nach unten rechts ab, und unser neues Reifendruckwarngerät piepst stürmisch um die Wette.
Wir brauchen nicht lange zu raten. Ein knirschendes Geräusch verrät uns unmissverständlich, dass der vordere rechte Reifen geplatzt ist. Glücklicherweise können wir sofort bremsen und unsere Fahrspur halten. Rechts heranfahren, Warnblinkanlage einschalten und Pannendreieck aufstellen geht ruckzuck, als ob wir dies schon öfters geübt hätten ;-)
Ein kurzer Augenschein genügt, um den Ernst der Situation zu erfassen. Wir kommen nicht um einen Reifenwechsel herum. Da die Ausfahrtstrasse nach Engelburg ziemlich stark befahren ist, entschliessen wir uns rückwärts auf einen nahen Privatparkplatz zu fahren, wo wir das Fahrzeug ziemlich eben parkieren können. Von aussen sieht man dem Reifen nichts an. Erst nachdem der von uns gerufene Pannenservicemann des TCS den Reifen herunternimmt (die Radschrauben konnten mit unserem Werkzeug nicht gelöst werden), sehen wir an der Innenseite des Reifens den effektiven Schaden, welcher den lauten Knall erzeugt hat.


Uns schaudert bei dem Gedanken, dass uns dies bei 100 km/h auf der Autobahn oder noch schlimmer, bei einer steilen Passstrasse in der Kurve passiert wäre. Wir werden so schnell, wie möglich, sechs neue Reifen beschaffen, was bei Spezialreifen für Reisemobile gar nicht so einfach ist. Mal sehen…
St. Gallen (CH) – Konstanz – Autohof bei Würzburg (D)
(Freitag, 16.7.2010)
Wetter: sehr schön / Temp.: 36 Grad
Wir haben die zwei "recovery and recreation weeks" gut überstanden. Obwohl wir meistens schönes, warmes Sommerwetter hatten (nur zwei regnerische Tage waren dabei), hatten wir keine Zeit fürs Schwimmbad oder andere Ausflüge. Immerhin konnten wir unser volles Programm erfolgreich hinter uns bringen und alle Pendenzen erledigen.
Ausgerüstet mit sechs brandneuen Reifen (Continental VancoFourSeason 2 für Reisemobile) fahren wir gegen Mittag in Richtung deutscher Grenze los. Wir möchten im grenznahen "Konstanz" noch ein paar Besorgungen erledigen, bevor wir quer durch Deutschland nach Norden weiterziehen. Es ist immer wieder ein spezielles Vergnügen, durch die schmucken Gassen der Altstadt dieser Stadt zwischen zwei Seen zu bummeln.




Nach dem Mittagessen in einem gemütlichen Gartenrestaurant fahren wir auf der A81 weiter in Richtung "Würzburg". Links und rechts wechseln sich ausgedehnte Kornfelder und Rebberge ab.



Die Temperaturen steigen im Laufe des Tages auf rekordverdächtige 36 Grad. Leider geraten wir drei Mal in stockenden Kolonnenverkehr und erreichen erst gegen sieben Uhr den angepeilten Autohof nördlich von "Würzburg".
Würzburg - Celle (D) (Samstag, 17.7.2010)
Wetter: regnerisch / Temp.: 24 Grad
Am frühen Morgen zeigt das Thermometer erstaunliche 23 Grad an. Wir haben eine echte Sommernacht hinter uns. Dies sollte sich jedoch bald einmal ändern, denn eine Kaltfront überquert heute im Laufe des Tages ganz Deutschland.
Um sieben Uhr fahren wir bereits los. Der Verkehr auf der A7 ist heute um einiges schwächer, als gestern Abend. Dennoch geraten wir wegen einer Baustelle in einen kleinen Stau. Auf dieser Strecke werden zurzeit viele Autobahnbrücken saniert. In den "Kasseler Bergen" regnet es dann ab und zu kräftig.
Gerade rechtzeitig vor der Mittagspause erreichen wir unser angepeiltes Ziel, den "Campingpark Silbersee" bei "Celle". Wir können uns die Parzelle unweit des kleinen "Silbersees" selbst aussuchen.


Mit einem kleinen Ausflug zum kleinen Einkaufscenter mit Aldi und Co. schliessen wir den Nachmittag ab. Bereits scheint wieder die Sonne und erwärmt die Luft auf angenehme 24 Grad. Allerdings bleibt es wegen der hohen Luftfeuchtigkeit sehr schwül.
Der idyllisch gelegene "Silbersee" liegt inmitten des Campingparks, ist aber öffentlich zugänglich und wird als Freibad genutzt.



Dazu wurden an diversen Stellen kleine Sandstrandpartien erstellt, welche auch gerne von den Entenfamilien genutzt werden ;-)


Um den ganzen See führt ein Fussweg, den wir heute zu unserem Verdauungsspaziergang nutzen.

Mit dem Fahrrad nach Celle (D) (Sonntag, 18.7.2010)
Wetter: sehr schön / Temp.: 25 Grad
Die gut erhaltene, kompakte Altstadt der Residenzstadt "Celle" ist ein wahres Schmuckstück und braucht sich, was prachtvolle Fachwerkbauten angeht, in keiner Weise hinter "Quedlinburg" zu verstecken.

"Celle" wurde 1292 durch den Herzog "Otto den Strengen" als Wasserburg mit zwei Strassen planmässig angelegt. Von 1378 bis 1705 war "Celle" die Residenz der Herzöge Braunschweig/Lüneburg. Es wurde in den 700 Jahren seiner Geschichte durch keinen Krieg zerstört und ist deshalb bis heute erhalten geblieben. in der Innenstadt stehen über 650 denkmalgeschützte Gebäude.
Nach dem Frühstück mit Drei-Minuten-Ei (es ist heute Sonntag :-) satteln wir unsere Velos.

Für die knapp 6 km bis zur Innenstadt benötigen wir 20 Minuten. Der Radweg führt grösstenteils über Natur- und ausgeschilderte Radwege bis zum Stadtzentrum.

Kurz vor unserem Ziel überqueren wir die "Aller", welche die Altstadt auf der Nordseite begrenzt. Die südlich vorbeifliessende "Fuhse" bildet die andere natürliche Grenze.


Wir spazieren erstmal relativ unplanmässig quer durch die romantischen Gassen und bestaunen die herrlichen Fachwerkbauten (in Schweizerdeutsch Riegelbauten genannt).




Westlich der Altstadt liegt der Schlosspark mit dem neu renovierten Herzogschloss aus dem Jahre 1292.


Bis 1705 war dies der Sitz der Welfenherzöge. Inzwischen beherbergt das Schloss ein Barocktheater, ein Museum und diverse weitere Räumlichkeiten für die Öffentlichkeit.


Vom obersten Stock des Schlosses aus können wir gerade noch den Glockenturm der Stadtkirche erblicken.

und dann geht's wieder zurück in der Altstadt. Wir schlendern durch die prächtigen Gassen und bewundern die unzähligen schmucken Häuser.




"Celles" ältestes Haus ist ein Kleinod aus dem Jahre 1522.

Viele der Gebäude sind nur unwesentlich jünger und ebenso gepflegt.




Auf Schritt und Tritt treffen wir auf idyllische Ecken, die zum Verweilen einladen.



Auch die barocke Stadtkirche mit ihrer punkvollen Orgel ist absolut sehenswert. Die 1308 der heiligen Maria geweihten Kirche ist seit 1525 evangelisch.





Leider können wir den Glockenturm nicht besteigen, weil dieser am heutigen Sonntag geschlossen ist. Das alte Rathaus mit seinen frisch renovierten Fassaden steht unmittelbar daneben.


Auf dem Hauptplatz lockt ein elektronisch gesteuertes Glockenspiel etliche Zuhörer an.


Eine lautstarke Motorradgruppe aus Schweden zieht ebenfalls interessierte Blicke auf sich :-)


Nach dem Mittagessen im "Argentinischen Steakhouse" unternehmen wir im südlich gelegenen "Französischen Garten" unseren Verdauungsspaziergang.



Dieser übergrosse Blumentopf beherbergt einen echten Baum. Vermutlich wurde der Topf erst später um den Baum herum gebaut ;-)



Das Denkmal von Königin Caroline von Dänemark befindet sich im östlichen Teil des Gartens.

"Celle" mit seiner wunderschönen Altstadt ist wirklich sehenswert und eine Reise wert. Zufrieden mit dem heutigen Tag spazieren wir zu unseren Fahrrädern zurück, die wir am Altstadtrand zurückgelassen haben.


Kleine Werbung in eigener Sache ;-)

Dieses Firmenschild existiert in "Celle" tatsächlich.
Celle – Wedel bei Hamburg (D) (Montag, 19.7.2010)
Wetter: sehr schön / Temp.: 28 Grad
Bis zu unserem nächsten Ziel "Wedel" bei "Hamburg" sind es nur 140 km. Wir können den Tag in Ruhe angehen lassen. Wir besuchen Karin und Eugen, die wir von "La Manga" (Südspanien) unserem Winteraufenthaltsort gut kennen, um von dort Ausflüge ins nahe Hamburg zu unternehmen.
Die Fahrt verläuft reibungslos. Gegen Mittag treffen wir bereits in "Wedel" ein. Die Wohnstrasse an der Karin und Eugen wohnen reicht für unser breites Reisemobil nicht aus, so dass wir sogar den Gehsteig für die Zufahrt mitbenützen müssen. Glücklicherweise passt unser "Elchi" gerade noch auf den Garagevorplatz ihres Zweifamilienhauses.

Am Nachmittag fahren wir mit unseren Velos zum Fährhaus von "Wedel" an der "Elbe" um einen ersten Augenschein zu nehmen.

Hier wird das "Willkommen Höft" zelebriert, wobei jedes grössere ein- und ausfahrende Schiff offiziell mit Landeshymne begrüsst bzw. verabschiedet wird. Leider herrscht zurzeit kaum Schiffverkehr, so dass wir nicht in den Genuss dieses Brauchs gelangen.

Etwas weiter "Elbe" abwärts treffen wir auf das Strandbad "Wedel". Das Besondere daran ist das Strandrestaurant bzw. die exotische Strandbar.



Zurzeit ist herrscht gerade Ebbe, so dass der Sandstrand an Breite gewinnt. Der Tidehub ist hier immerhin 3.60 m hoch.

Die Schiffe im kleinen Seglerhafen versinken sozusagen im Schlamm. Zum Auslaufen müssen sie wohl auf die Flut warten.

Wir fahren noch ein paar Kilometer der "Elbe" entlang in Richtung "Hamburg", um den Fahrradweg, der bis ins Stadtzentrum von Hamburg führen soll, auszukundschaften. Wir wollen nämlich morgen mit unseren Fahrrädern in die Innenstadt "Hamburgs" radeln.


Bei der Rückfahrt nach "Wedel" verfahren wir uns tüchtig. Wie sich erst später im Gespräch mit Karin und Eugen herausstellt, haben wir eine wichtige Abzweigung verpasst und sind in die falsche Richtung ins Zentrum von Wedel gefahren. Erst mit Hilfe eines Stadtplans, den wir beim Bahnhofkiosk erstehen, finden wir über Umwege zurück zu unserem "Elchi" :-)


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